Neue Therapie gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs vernichtet Tumoren und verhindert Resistenz gegen Medikamente

In einem wichtigen Schritt im Kampf gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs hat das spanische Nationale Krebsforschungszentrum (CNIO) eine neue Dreifachtherapie entwickelt, die in Mausmodellen Tumore eliminiert und die Ausbildung von Resistenzen verhindert. Diese Entdeckung könnte die Grundlage für bessere Behandlungen und künftige klinische Studien legen.
Wo wir bei der Forschung stehen
Bauchspeicheldrüsenkrebs, besonders das pankreasduktale Adenokarzinom (PDAC), gehört zu den aggressivsten Krebsarten und wird oft erst in fortgeschrittenen Stadien entdeckt. Die Überlebensrate ist alarmierend niedrig: weniger als 10 % der Betroffenen überleben fünf Jahre nach der Diagnose. In Spanien bekommen jährlich mehr als 10.300 Menschen diese Diagnose, was zeigt, wie wichtig neue Therapieansätze sind.
Die neue Therapie zielt auf das KRAS-Onkogen, das in etwa 90 % der Bauchspeicheldrüsenkrebsfälle mutiert ist. Seit der ersten Zulassung zielgerichteter Medikamente im Jahr 2021 gab es über ein halbes Jahrhundert kaum Fortschritte. Bestehende Behandlungen verlieren oft schnell ihre Wirksamkeit, weil Tumore Resistenzen entwickeln.
Dreifachkombination: wie sie wirkt
Das CNIO-Team blockiert den KRAS-Signalweg an drei verschiedenen Stellen gleichzeitig. So wird die Reaktivierung des Signalwegs verhindert und es fällt den Krebszellen sehr schwer, die Blockade zu umgehen. Die in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlichte Studie zeigt, dass das genetische Entfernen von drei Molekülen des KRAS-Signalwegs in Mausmodellen zum dauerhaften Verschwinden von Tumoren führt.
Die Dreifachkombination umfasst diese Wirkstoffe:
- Daraxonrasib: Ein experimenteller KRAS-Inhibitor.
- Afatinib: Ein zugelassenes Medikament gegen Lungenkrebs.
- SD36: Ein Proteinabbau-Mittel.
In den Mausmodellen führte die Kombination zu einer starken und anhaltenden Tumorregression, ohne dass erhebliche Toxizität oder schwere Nebenwirkungen beobachtet wurden.
Was die Studie verspricht und was noch fehlt
Die Forschenden sind zuversichtlich, dass diese Ergebnisse den Weg für kombinierte Therapien ebnen können, die das Überleben verbessern könnten. Gleichzeitig warnt der Leiter der Experimental Oncology Group am CNIO, Mariano Barbacid, dass noch keine klinischen Studien mit dieser Therapie möglich sind. „Es ist wichtig zu verstehen, dass, obwohl experimentelle Ergebnisse wie die hier beschriebenen noch nie zuvor erzielt wurden, wir immer noch nicht in der Lage sind, klinische Studien mit der Dreifachtherapie durchzuführen,“ erklärt Barbacid.
Der nächste Schritt besteht darin, die Dreifachkombination für den klinischen Einsatz weiterzuentwickeln und anzupassen. Das erfordert zusätzliche Verfeinerung und Entwicklung, bevor Tests am Menschen beginnen können. Trotzdem könnten diese Ergebnisse in nicht allzu ferner Zukunft zu neuen Therapieoptionen führen, die die klinischen Aussichten für Patienten mit PDAC deutlich verbessern.
Wie es weitergehen könnte
Die Forschung wird durch Zusammenarbeit und Fördergelder gut unterstützt, unter anderem von der Fundación CRIS Contra el Cáncer, dem European Research Council (ERC) und dem Carlos III Health Institute, sowie durch Mittel der Next Generation EU und CIBERONC. Das schafft gute Voraussetzungen, um in die nächste Phase vorzustoßen.
Mit dieser richtungsweisenden Entdeckung hat das CNIO einen wichtigen Schritt unternommen, um die Prognosen für Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs zu verbessern. Wie schnell und effektiv sich diese Ergebnisse in der Klinik umsetzen lassen, bleibt abzuwarten. Die Forschungsgemeinschaft ist überzeugt, dass diese Arbeit potenziell das Leben vieler Patienten weltweit verändern könnte.