In einem abgelegenen Gebirge entdeckten Forscher mit Kameras das seltenste Kaninchen der Welt

Ein kürzlich abgeschlossenes Naturschutzprojekt in den dichten Annamiten, oft als „Amazonas Asiens“ bezeichnet (ein Gebirgszug in Südostasien), hat mit Hilfe von Wildkameras beeindruckende Einblicke in die Tierwelt der Region geliefert. Das Vorhaben wurde von der Umweltorganisation Fauna & Flora geleitet und hatte zum Ziel, die Biodiversität zu dokumentieren und besser zu verstehen, damit sich Schutzmaßnahmen darauf aufbauen lassen. Mehrere engagierte Umweltgruppen arbeiten zusammen, um seltene und gefährdete Arten wie das Annamiten-Streifenkaninchen zu schützen.
Was das Projekt wollte und wie es vorgegangen ist
Die Studie wurde von der wohltätigen Organisation Fauna & Flora durchgeführt. Auf einer Strecke von 1.094,35 km wurden über mehrere Monate hinweg Wildkameras eingesetzt (bewegungsgesteuerte Fotofallen), um das Verhalten und die Verbreitung von Tieren im Gebirge zu erfassen.
Die Aufnahmen stammen aus dem dichten Gebirgszug, der sowohl Tiefland- als auch Flachlandbereiche umfasst. Die Ergebnisse dieser monatelangen Datensammlung wurden im Februar veröffentlicht und sollen als Grundlage für künftige Naturschutzstrategien dienen.
Was sie gefunden haben: vom Streifenkaninchen bis zum Serow
Eine der bemerkenswertesten Entdeckungen ist das Annamiten-Streifenkaninchen, eine Art, die bis Mitte der 1990er Jahre unbekannt war. Dieses nachtaktive Kaninchen hat braunes Fell mit schwarzen Streifen und einen weißen Bauch. Es ist extrem selten, wird als eigene Art von den Sumatra-Streifenkaninchen getrennt betrachtet und gilt als gefährdet, unter anderem wegen Wilderei und des exotischen Wildtierhandels.
Der Serow, oft als „Phantom des Waldes“ bezeichnet, wurde nur an einem Standort nachgewiesen. Mit seiner antilopenähnlichen Statur und dem ziegenähnlichen Kopf ist er ein scheuer Bewohner der felsigen Gebiete. Auch der Serow gilt als bedroht und wird als verwundbar eingestuft.
Weitere in den Aufnahmen dokumentierte Arten sind asiatische Elefanten, Sunda-Schuppentiere und Stumpf-schwanz-Makaken. Jede dieser Arten zeigt auf ihre Weise, wie sich Tiere an ein Leben in einem von Menschen und Natur geprägten Lebensraum anpassen und behaupten.
Welche Probleme es gibt und wie’s weitergehen könnte
Die Dokumentation macht auch deutlich, mit welchen Problemen der Naturschutz in den Annamiten zu kämpfen hat. Wilderei und Lebensraumverlust durch Entwicklungsprojekte in Tieflandgebieten bedrohen die Artenvielfalt. Viele Schutzgebiete liegen in Regionen, in denen Menschen leben, was den Artenschutz zusätzlich erschwert.
Gareth Goldthorpe von Fauna & Flora hebt hervor, wie wichtig die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden ist, um deren Lebensgrundlagen zu sichern und negative Folgen für die Biodiversität zu verringern.
Nächste Schritte und das Geldproblem
Obwohl die Wildkameras erfolgreich bis 2025 im Einsatz waren, steht das Projekt nach Budgetkürzungen der britischen Regierung vor finanziellen Engpässen. Die Beendigung der speziellen Finanzierung für dieses Projekt bedeutet allerdings nicht das Ende des Engagements. Naturschützer bleiben entschlossen. Wie Goldthorpe sagt: “Es gibt immer noch Hoffnung […] viele Gründe, diese Ressourcen in ihren Schutz zu lenken.”
Wer die Arbeit von Fauna & Flora unterstützen und zum Erhalt der Arten beitragen möchte, kann über deren Website spenden. Diese Unterstützung könnte wichtig sein, um die natürliche Vielfalt des „Amazonas Asiens“ auch für kommende Generationen zu bewahren.