Vergessen Sie das „Miezekätzchen“-Rufen: Französische Forscher haben das Geheimnis der Katzenkommunikation entschlüsselt

Vergiss das „minou-minou“ beim Katzenrufen: Französische Forscher haben das Geheimnis der Mensch‑Katzen‑Kommunikation gelüftet
Vergiss das „minou-minou“ beim Katzenrufen: Französische Forscher haben das Geheimnis der Mensch‑Katzen‑Kommunikation gelüftet

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Katzen gelten allgemein als geheimnisvoll und unabhängig; viele Anläufe unsererseits, sie zu erreichen, bleiben oft wirkungslos. Zungenschnalzen, leises Pfeifen oder das klassische „minou‑minou“ bringen meist wenig. Eine neue Studie französischer Forscher wirft jetzt aber Licht auf die Interaktion zwischen Mensch und Katze.

Katzenfans können aufatmen. Eine Pionierstudie, veröffentlicht im Jahr 2023 in der Zeitschrift “Animals” und durchgeführt von Charlotte de Mouzon und Gérard Leboucher vom Laboratoire Éthologie Cognition Développement der Université Paris Nanterre, beschäftigt sich genau mit diesem Thema. Die Studie mit dem Titel “Multimodal Communication in the Human, Cat Relationship: A Pilot Study” zeigt einen klaren Befund: Katzen reagieren am schnellsten, wenn visuelle und stimmliche Signale kombiniert werden.

So wurde die Untersuchung gemacht

Die Forschungen fanden in zwei Katzen‑Cafés in den französischen Städten Bordeaux und Toulouse statt. Diese Orte bieten sich an, weil man dort Interaktionen mit fremden Menschen beobachten kann, ohne dass der emotionale Einfluss eines Besitzers die Ergebnisse verfälscht.

Aus insgesamt 18 Katzen wurden vor Beginn des Experiments 12 Individuen ausgewählt. 6 Katzen zeigten entweder kein Interesse oder zu viel Misstrauen gegenüber Menschen und wurden nicht in die Studie aufgenommen. Die ausgewählten Katzen wurden nacheinander vier Situationen ausgesetzt: nur ein visuelles Signal, nur ein vokales Signal, eine Kombination aus beidem und vollständige Abwesenheit von Kommunikation. Die Reaktionszeit der Katzen wurde dabei genau protokolliert.

Interessant war, dass visuelle Signale allein wirksamer waren als rein stimmliche. Das widerspricht dem menschlichen Instinkt, meist nur mit der Stimme zu versuchen, eine Katze zu rufen. Blieb die Versuchsperson ohne direkte Aufforderung in der Nähe, stieg die Anzahl der Schwanzbewegungen deutlich an (ein typisches Zeichen von Unbehagen bei Katzen).

Warum Katzen eher auf Körpersprache reagieren, und was du daraus hast

Im Vergleich zu Hunden zeigen Katzen eine stärkere Präferenz für visuelle Hinweise; das dürfte mit ihrer evolutionären Entwicklung und ihrer Kommunikation unter Artgenossen zusammenhängen. Hunde reagieren stärker auf Laute, Katzen orientieren sich mehr an Körpersprache.

Was heißt das für Katzenhalter? Nicht zu sehr auf das wiederholte „minou‑minou“ setzen. Besser: einen freundlichen Blick mit einer ausgestreckten Hand kombinieren. Immer die Stresssignale im Blick behalten und die Anwesenheit der Katze nicht einfach ignorieren; das sind praktische Hinweise, um das Miteinander entspannter zu gestalten.

Die Studie liefert nicht nur spannende Einsichten ins katzenspezifische Verhalten, sie regt auch an, unsere Herangehensweise im Umgang mit den samtigen Gefährten zu überdenken. Dass eine diskret ausgestreckte Hand oft mehr Gewicht hat als ständiges Rufen, kann Katzenliebhabern weltweit helfen, ihre Kommunikation und Bindung zur Katze zu verbessern.

Mit diesen neuen Erkenntnissen ausgerüstet, steht einem besseren Verständnis und einer stärkeren Beziehung zwischen Mensch und Katze nichts im Weg. Mal sehen, welche Alltagsmythen über die geheimnisvollen Vierbeiner als Nächstes auf dem Prüfstand stehen.