Über 30 Meter hoch, fast 60 Meter breit an der Basis und womöglich älter als viele bekannte Monumente – die NOAA vermutet, dass dieses Maug-Korallenriff Hinweise auf die Zukunft der Riffe birgt

Forscher der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) haben einen eindrücklichen Fund gemacht: Im Krater des Unterwasservulkans Maug-Kaldera auf den Maug-Inseln (Commonwealth der Nördlichen Marianen) gibt es einen riesigen Bestand der steinigen Koralle Porites rus. Nach Angaben der NOAA ist das wahrscheinlich der größte jemals berichtete Bestand dieser Porites-Art. Weitere Forschungen sollen zeigen, wie Korallenriffe unter steigenden Kohlendioxidwerten im Meer zurechtkommen können.
So wurde der Fund beschrieben
Die Kolonie besteht aus zahlreichen Porites rus-Kolonien und ist physisch beeindruckend: Sie ragt rund 30,48 Meter in die Höhe, misst etwa 30,48 Meter in der Breite und hat eine Basis von rund 61,0 Meter. Die gesamte Fläche beträgt schätzungsweise 1.347 Quadratmeter (ungefähr drei professionelle Basketballfelder). Laut NOAA ist diese Kolonie etwa 3,4-mal größer als die 2020 in Amerikanisch-Samoa dokumentierte Kolonie.
Was man zum Alter und Wachstum weiß
Bei Porites rus fehlen deutliche Wachstumsbänder, deshalb ist die Altersbestimmung schwierig. Auf Basis grober Wachstumsraten schätzt man einen Zuwachs von rund 1,02 cm pro Jahr, was ein hypothetisches Alter von mehr als 2.000 Jahren (möglicherweise 2.050 Jahre) nahelegt. Genauere Altersangaben könnten durch Kernproben bestimmt werden.
Umgebung und Forschungsrahmen
Die NOAA beschreibt den Maug-Krater als ein „natürliches Labor“. In der Nähe gibt es Kohlendioxidschlote, die das Meerwasser ansäuern. Nur wenige Meter von diesen Schloten entfernt entsteht eine Todeszone, während die Mega-Kolonie nur ein paar hundert Meter weiter prächtig wächst. Das erlaubt, Riffgemeinschaften unter unterschiedlichen CO2-Bedingungen direkt zu vergleichen und zu beobachten, wie sie mit Ozeanversauerung umgehen.
Die ersten Untersuchungen im Gebiet fanden im Rahmen des 2025 National Coral Reef Monitoring Program Surveys statt. Einheimische kannten den riesigen Korallenbestand zwar schon seit Jahren, aber genaue Vermessungen waren wegen Tauchbeschränkungen erst kürzlich möglich, wie Thomas Oliver, Chief Scientist des Programms, hervorhob. Frühere Arbeiten in Maug umfassten Meeresbodenkartierungen im Jahr 2003 und Ozeanchemiestudien im Jahr 2014; regelmäßige Monitoring-Besuche gab es 2017, 2022 und 2025.
Bedrohungen weltweit und Schutzmaßnahmen
Die Lage in Maug spiegelt die Probleme wider, mit denen Riffe weltweit konfrontiert sind. Zwischen 2014 und 2017 erlebten über 75 % der globalen Riffe Bleaching-Stress, davon litten 30 % unter Mortalitäts-Stress. In der Region gingen in den letzten Jahrzehnten rund 50 % der Korallenbestände verloren. Riffe haben zudem eine große Schutz- und Wirtschaftsrolle: Sie können bis zu 97 % der Wellenenergie abfangen, und ihre Leistungen werden auf etwa 3,13 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Der entdeckte Korallenbestand liegt innerhalb des Mariana Trench Marine National Monument, das 2009 eingerichtet wurde.
Durch die fortgesetzte Forschung und die Entwicklung eines kulturell passenden Namens, der das indigene Erbe der Chamorro und Carolinian würdigt, setzt die NOAA ein deutliches Zeichen für Schutz und Verwaltung dieser wichtigen Naturressourcen. Dieses Wissen wird dabei helfen, den Fortbestand der Riffe in einer sich verändernden Welt zu sichern.