Mehr als 30 Meter hoch und fast 60 Meter breit: NOAA vermutet, dass dieses uralte Maug-Korallenriff Hinweise auf die Zukunft der Meere liefert

Eine bemerkenswerte Entdeckung der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) wirft neue Fragen zur Erforschung von Korallenriffen auf: Im Krater eines Unterwasservulkans wurde ein gigantisches Steinkorallen-Exemplar gefunden. Die so genannte Maug-Koralle könnte wichtige Hinweise zur Zukunft von Riffen rund um den Globus liefern.
Riesenfund in der Maug-Caldera
Im Jahr 2025 stießen NOAA-Wissenschaftler in der Maug-Caldera, Teil der Maug-Inseln (zu den Nördlichen Marianen gehörig), auf das bislang größte dokumentierte Exemplar der Art Porites rus. Diese steinerne Kolonie ist über 30,5 Meter hoch und hat eine Basisbreite von etwa 61 Metern; damit ist sie dreimal so groß wie die bis dato größte bekannte Kolonie aus 2020 in Amerikanisch-Samoa.
Die Koralle liegt innerhalb des Schutzgebiets Mariana Trench Marine National Monument (gegründet 2009). Auffällig ist ihre Position in einem, wie die NOAA sagt, „natürlichen Labor“ (wegen der speziellen geologischen und chemischen Bedingungen dort). In der Nähe treten CO₂-Quellen auf, die lokal saures Meerwasser erzeugen und so sehr unterschiedliche Lebensbedingungen schaffen.
Größe und vermutetes Alter
Die Ausmaße der Maug-Koralle sind imposant: Sie bedeckt rund 1.347 Quadratmeter (etwa so groß wie drei Profi-Basketballfelder). Die Struktur könnte mehr als 2.000 Jahre alt sein; NOAA-Schätzungen liegen sogar über 2.050 Jahre. Das genaue Alter lässt sich schwer bestimmen, weil diese Koralle keine typischen Wachstumsbänder ausbildet, anders als viele andere Arten. Um präzisere Altersangaben zu bekommen, sind genauere Untersuchungen nötig, etwa die Entnahme von Kernproben.
Forschung und die Hürden
Die NOAA ist seit Jahren in der Maug-Region aktiv: Erste Meeresboden-Kartierungen gab es 2003, ozeanographische Studien 2014 und weitere Monitoring-Besuche in 2017, 2022 und 2025. Trotz der beeindruckenden Entdeckung stoßen die Forschenden auf Messgrenzen: Tauchsicherheitsbeschränkungen erschweren genaue Vermessungen an der Koralle. Thomas Oliver vom National Coral Reef Monitoring Program sagte fast ungläubig, das Exemplar sei „so groß“, dass es „wegen Tauchsicherheitsbeschränkungen tatsächlich nicht leicht zu messen“ war.
Die NOAA nutzt die Region als natürliches Labor, um Riffgemeinschaften unter erhöhten CO₂-Bedingungen mit normalen Meerwasserbedingungen zu vergleichen. Hannah Barkley, Chef-Wissenschaftlerin von NOAAs Monitoring-Programm, beobachtet auffällig das Nebeneinander eines lebenden Mega-Korallenbaus und einer nahegelegenen Todeszone, die durch CO₂-Entlüftungen verursacht wird.
Warum das Maug-Riff weltweit Bedeutung hat
Die Weltmeere stehen unter starkem Druck durch Verbleichungsereignisse: Zwischen 2014 und 2017 waren mehr als 75 Prozent der globalen Riffe betroffen. Korallenriffe sind wirtschaftlich und für den Küstenschutz wichtig; allein in den USA wird ihr Wert auf 3,13 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Deshalb ist dieser Fund nicht nur lokal interessant, sondern wirft Fragen zur Widerstandsfähigkeit von Korallen auf und wie Erkenntnisse daraus helfen könnten, andere Riffe zu schützen.
Diese riesige Koralle gibt Hoffnung und neue Impulse für den Schutz der Ozeane. Dass sie trotz der harten Bedingungen in einem aktiven Unterwasservulkan gedeiht, liefert wertvolle Hinweise zur Zukunft globaler Riffökosysteme. Die Debatte um Benennung und Schutz solcher Naturwunder zeigt, wie dringend und komplex die Arbeit an ihrem Erhalt und an weiterer wissenschaftlicher Erforschung ist.